Lichen sclerosus und die Menstruation – Warum sich deine Beschwerden im Zyklus verändern können
„Immer kurz vor oder gegen Ende meiner Periode wird es wieder schlimmer.“
Zu diesem Gedanken komme ich mit meinen Patientinnen häufig schon in der Anamnese rund um die Diagnose Lichen sclerosus. Vielleicht kennst du das auch. Manchmal scheint deine Vulva ganz ruhig zu sein und wenige Tage später nehmen Juckreiz, Brennen oder kleine Einrisse plötzlich wieder zu. Vielleicht passiert das kurz vor der Menstruation, vielleicht erst gegen Ende der Blutung oder in einer ganz anderen Zyklusphase.
Da stellt sich natürlich die Frage: Hat das etwas mit den Hormonen zu tun? Wird Lichen sclerosus während der Menstruation aktiver?
Die Antwort ist nicht ganz so einfach. Die Forschung kann diese Frage bisher nicht eindeutig beantworten. Trotzdem gibt es spannende Erkenntnisse darüber, wie sich Hormone auf die Vulvahaut auswirken und warum sich deine Beschwerden im Laufe des Zyklus verändern können.
Genau deshalb widme ich diesem Thema einen eigenen Blogbeitrag. Als Schoßraumhüterin und Heilpraktikerin weiß ich, wie viel uns der weibliche Zyklus über unseren Körper verraten kann. Besonders in der TCM Chinesischen Medizin ist er ein wichtiger diagnostischer Wegweiser. Auch bei Lichen sclerosus lohnt es sich, genauer hinzuschauen, denn dein Zyklus kann wertvolle Hinweise darauf geben, was deiner Haut guttut und was sie belastet.
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🟩 Was sagt die Wissenschaft und was beobachte ich in meiner Praxis?
Gut untersucht ist:
- Die Vulvahaut reagiert auf hormonelle Schwankungen.
- Östrogen beeinflusst Feuchtigkeit, Kollagen und die Hautbarriere.
- Es gibt bislang keinen Nachweis, dass Lichen sclerosus während der Menstruation immunologisch aktiver wird.
Meine Beobachtung aus der Praxis:
- Auffallend viele Patientinnen berichten über stärkere Beschwerden gegen Ende der Menstruation.
- Häufig spielen dabei mehrere Faktoren zusammen: hormonelle Veränderungen, Trockenheit, Menstruationsprodukte, Reibung und die individuelle Empfindlichkeit der Haut.
Lichen sclerosus ist wahrscheinlich nicht hormonabhängig – deine Haut aber schon
Lange Zeit wurde vermutet, dass Lichen sclerosus durch einen Hormonmangel entsteht. Heute geht die Wissenschaft davon aus, dass dies nicht der Fall ist.
Dennoch reagieren Haut und Schleimhaut im Intimbereich sehr deutlich auf hormonelle Veränderungen.
Auf den Hautzellen der Vulva befinden sich sogenannte Östrogenrezeptoren. Sie reagieren auf die natürlichen Schwankungen des Östrogenspiegels und beeinflussen unter anderem:
- den Feuchtigkeitsgehalt der Haut,
- die Kollagenbildung,
- die Elastizität,
- die Wasserbindung,
- die Stabilität der Hautbarriere.
Sinkt der Östrogenspiegel, kann die Haut trockener und empfindlicher werden. Für eine bereits durch Lichen vorgeschädigte Haut kann das durchaus spürbar sien. Auch eine häufige Wechseljahresbeschwerde.
Lichen sclerosus in den Wechseljahren ist dann die Krönung.
Was passiert hormonell während der Menstruation?
Die Menstruation beginnt, weil der Progesteronspiegel am Ende des Zyklus deutlich abfällt. Gleichzeitig befinden sich auch die Östrogenspiegel auf einem niedrigen Niveau.
Während der Blutung steigt das Östrogen zwar langsam wieder an, doch die Haut reagiert nicht sofort auf diesen Anstieg. Sie braucht Zeit, um sich zu regenerieren.
Das bedeutet: Gerade während und unmittelbar nach der Menstruation befindet sich die Haut häufig noch in einer empfindlichen Phase.
Warum können die Beschwerden gegen Ende der Menstruation stärker werden?
Genau das beobachte ich immer wieder in meiner Praxis. Patientinnen berichten häufiger von einer Verschlechterung gegen Ende der Menstruation als zu Beginn der Blutung.
Eine eindeutige wissenschaftliche Erklärung gibt es dafür bisher nicht. Es gibt jedoch einige gut nachvollziehbare Zusammenhänge.
Zum einen befindet sich die Haut noch immer unter dem Einfluss der niedrigen Östrogenspiegel. Die Regeneration der Hautbarriere hat zwar begonnen, ist aber noch nicht abgeschlossen.
Zum anderen hat die empfindliche Vulvahaut bereits mehrere Tage hinter sich, in denen sie durch Blutung, Reibung oder häufigere Intimpflege stärker beansprucht wurde.
Auch Veränderungen des pH-Wertes können die Haut zusätzlich reizen.
Menstruationsprodukte können die Haut zusätzlich belasten
Ein Punkt, über den kaum gesprochen wird, sind die Hygienemittel bei Lichen sclerosus.
Gerade in den letzten Tagen der Menstruation wird häufig noch ein Tampon verwendet, obwohl nur noch wenig Blut fließt. In dieser Phase nimmt der Tampon nicht nur das Menstruationsblut auf, sondern auch einen Teil der natürlichen Feuchtigkeit der Scheide.
Vielleicht kennst du dieses Gefühl: Während sich der Tampon an den stärkeren Blutungstagen meist problemlos entfernen lässt, kann es gegen Ende der Periode plötzlich unangenehm werden. Der Tampon gleitet schlechter, das Gewebe fühlt sich trockener an und das Herausziehen kann sogar schmerzhaft sein.
Bei Lichen sclerosus kann genau diese zusätzliche Trockenheit und Reibung ausreichen, um Brennen, Juckreiz oder kleine Hautrisse zu verstärken.
Gleichzeitig berichten mir manche Patientinnen, dass sich die Vulva während der stärkeren Blutung sogar angenehmer anfühlt. Solange die Blutng stärker ist, empinden manche Betroffene die Vulva als weniger trocken. Erst wenn die Blutung nachlässt, verschwindet dieser Effekt wieder.
Deshalb lohnt es sich durchaus, auch die eigenen Menstruationsprodukte kritisch zu beobachten. Manche kommen mit einer Menstruationstasse gut zurecht, andere bevorzugen Bio-Binden, Menstruationsunterwäsche oder lose Baumwolltücher. Entscheidend ist nicht, was allgemein empfohlen wird, sondern womit sich deine Haut möglichst wohlfühlt. Aber wenn ich ehrlich bin, benutzen die wenigsten meiner Lichen sclerosus Patienten überhaupt noch Tampons, da es einfach oft unangenehm ist.
Nicht nur die Haut verändert sich – auch der Juckreiz
Ein weiterer spannender Forschungsansatz betrifft den pH-Wert der Haut.
Hormonelle Veränderungen können den pH-Wert im Intimbereich beeinflussen. Ein höherer pH-Wert kann wiederum einen Rezeptor aktivieren, der als PAR-2 bezeichnet wird. Dieser Rezeptor spielt eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Juckreiz.
Das könnte erklären, warum sich der Juckreiz manchmal verstärkt, obwohl äußerlich kaum Veränderungen sichtbar sind.
Auch deine Körperwahrnehmung verändert sich im Laufe des Zyklus
Der Zyklus beeinflusst nicht nur die Haut, sondern den gesamten Organismus.
Während der Menstruation bist du etwas ruhiger, mehr bei dir und nimmst deinen Körper intensiver wahr. Auf gut Deutsch- du bist sensibel, empfindlich und nimmst alles extrem war. Und Liebe, lass es Dir gesagt sein. Das ist alles genau richtig so und nichts was wir wegdrücken oder verdrängen sollten.
Unsere Hormone beeinflussen eben unser Nervensystem und damit die Art, wie wir Körperempfindungen wahrnehmen. Dadurch können Juckreiz oder Brennen in bestimmten Zyklusphasen intensiver erlebt werden. Genauso wie Dir hier z.B. auch das Schnarchen Deines Partners viel mehr auf den Geist gehen kann als sonst.
Rund um den Eisprung fühlen sich viele Frauen dagegen energiegeladener und stärker nach außen orientiert und wir merken nichts mehr von dieser extremen Feinfühligkeit.
Wird der Lichen sclerosus während der Menstruation wirklich aktiver?
Nach heutigem Wissensstand gibt es dafür keine wissenschaftlichen Belege.
Bislang konnte keine Studie zeigen, dass die Autoimmunreaktion des Lichen sclerosus während der Menstruation grundsätzlich stärker wird.
Was sich jedoch nachweislich verändert wie wir nun schon gesehen haben, sind die Bedingungen der Haut:
- ihre Feuchtigkeit,
- ihre Schutzfunktion,
- ihre Elastizität,
- der pH-Wert,
- und die Empfindlichkeit von Nerven und Juckreizrezeptoren.
Deshalb ist gut vorstellbar, dass sich die Beschwerden verändern, ohne dass die Erkrankung selbst aktiver geworden ist.
Mein Rat
Wenn du das Gefühl hast, dass deine Beschwerden mit deinem Zyklus zusammenhängen, dann beobachte deinen Körper einmal ganz bewusst.
Ein kleines Zyklustagebuch oder eine Deiner Zyklus Apps kann dabei sehr hilfreich sein. Notiere dir beispielsweise:
- deinen Zyklustag,
- Juckreiz oder Brennen,
- Trockenheit,
- verwendete Menstruationsprodukte,
- Stress oder besondere Belastungen.
Oft entsteht schon nach wenigen Monaten ein ganz persönliches Muster. Dieses Wissen hilft dir dabei, deine Haut in empfindlichen Phasen gezielt zu unterstützen und deinen Körper besser zu verstehen.
Wenn Du magst, schlüsseln wir das zusammen mit weiterführender Diagnostik auf. Ein Baustein in meiner integrativen Lichen sclerosus Therapie.
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Wenn die Frauenthemen schwierig werden, bin ich für Dich da.
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Wenn du mir lieber erst mal ein paar Zeilen schreiben wollen, nutze diese E-Mailadresse: info@frauenheilpraxis-zulauf.de

Ich bin Susanne Zulauf, Heilpraktikerin für Frauen, Schoßraumhüterin und Entwicklerin der Integrativen Lichen sclerosus Therapie.
Seit über 21 Jahren begleite ich Frauen mit chronischen gynäkologischen Beschwerden, intimen Schamthemen und körperlich-emotionalen Belastungen. Meine Arbeit verbindet Frauenheilkunde, Naturheilkunde, moderne Energieheilkunde und traumasensibles Coaching zu einem ganzheitlichen Weg der Begleitung. Als selber Betroffene liegen mir besonders Frauen mit Lichen sclerosus besonders am Herzen, die sich endlich verstanden, ernst genommen und nicht mehr allein fühlen möchten.
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Wenn Du mehr über mich und meine Arbeit erfahren möchtest, kannst Du hier weiterlesen.

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