Lichen sclerosus und Leaky Gut-warum ein gesunder Darm so wichtig für Deine Haut ist

Wenn du unterm Lichen sclerosus leidest und zu mir in die Praxis kommst, wirst du feststellen, dass ich oft schon zu Beginn der Behandlung eine ausführliche Darm- Diagnostik empfehle.

Viele von euch fragen mich dann als allererstes: „Ich habe doch gar keine Verdauungsprobleme. Warum soll dann mein Darm etwas mit meiner Haut zu tun haben?“

Aber tatsächlich finde ich bei der Darmdiagnostik sehr häufig Hinweise auf ein sogenanntes Leaky Gut.

Das bedeutet aber nicht, dass ein Leaky Gut allein die Ursache von Lichen sclerosus ist. Aus meiner Erfahrung ist eine gestörte Darmbarriere jedoch häufig ein wichtiger Baustein im Gesamtbild. Deshalb gehört die Darmdiagnostik zu meiner integrativen  Lichen sclerosus Therapie und wird, wenn nötig, mit behandelt.

Das Wichtigste in Kürze

✔️ Ein Leaky Gut bedeutet nicht, dass Du eine schwere Darmerkrankung hast.

✔️ Bei vielen Frauen mit Lichen sclerosus finde ich Hinweise auf eine gestörte Darmbarriere.

✔️ Eine gesunde Darmschleimhaut unterstützt die Aufnahme wichtiger Nährstoffe und ein ausgeglichenes Immunsystem.

✔️ Deshalb gehört eine ausführliche Darmdiagnostik in meiner Praxis häufig zur ganzheitlichen Begleitung von Lichen sclerosus.

Was bedeutet Leaky Gut denn eigentlich?

Vielleicht hast Du den Begriff Leaky Gut schon einmal gehört. Im Moment ist er ja in aller Munde. Aber was bedeutet er eigentlich?

Übersetzt heißt Leaky Gut erst einmal „durchlässiger Darm“. Das klingt zunächst beunruhigend. Dabei ist unsere Darmwand grundsätzlich durchlässig und funktioniert wie ein fein abgestimmter Filter. Das soll auch sein. Schließlich ist es ihre Aufgabe, die Nährstoffe aus Deiner Nahrung aufzunehmen und in den Körper weiterzuleiten. Sie lässt wichtige Nährstoffe hindurch und hält unerwünschte Stoffe zurück. Damit das funktioniert, muss die Schutzfunktion der Darmschleimhaut intakt sein.

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Bei einem Leaky Gut ist genau diese Schutzfunktion gestört. Stell Dir vor, das feine Sieb bekommt größere Löcher. Dann können plötzlich Stoffe hindurchgelangen, die dort eigentlich nichts zu suchen haben, zum Beispiel noch nicht vollständig verdaute Nahrungsbestandteile oder andere unerwünschte Stoffe.

Gleichzeitig kann die Aufnahme wichtiger Nährstoffe beeinträchtigt sein. Das ist übrigens etwas, das viele meiner Patientinnen erst einmal verwundert. Sie sagen dann: „Aber ich ernähre mich doch so gesund und achte so auf mich.“ Und genau das glaube ich ihnen auch. Das Problem ist nicht unbedingt, was Du isst. Das Problem kann sein, dass die Nährstoffe gar nicht dort ankommen, wo sie gebraucht werden, weil deine dArmschleimhaut nicht mehr richtig arbeiten kann.

Der Begriff Leaky Gut ist in der Schulmedizin bislang nicht als eigenständige Erkrankung anerkannt. Deshalb höre ich häufig den Satz: „Meine Darmspiegelung war doch völlig unauffällig.“ Und das ist natürlich erst einmal eine gute Nachricht. Eine gestörte Darmbarriere lässt sich bei einer Darmspiegelung jedoch in der Regel gar nicht erkennen. Dafür braucht es eine andere Form der Diagnostik.

Ein Leaky Gut ist deshalb keine Krankheit, sondern vielmehr ein Hinweis darauf, dass Deine Darmschleimhaut Unterstützung braucht, da es sich eher um eine unterschwellige Entzündung handelt. Und genau das schauen wir uns in meiner Praxis ganz in Ruhe an.


Keine Sorge – Leaky Gut klingt schlimmer, als es meistens ist

Wenn Du jetzt den Begriff Leaky Gut zum ersten Mal hörst, gehen vielleicht erst einmal alle Alarmglocken an. Das kann ich gut verstehen. Deshalb möchte ich Dich an dieser Stelle erst einmal beruhigen.

Ein Leaky Gut ist nicht mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa zu vergleichen. Das sind ganz andere Erkrankungen, die meist mit deutlich stärkeren Beschwerden einhergehen und in der Regel schon lange vor einer naturheilkundlichen Behandlung medizinisch abgeklärt werden.

Patientinnen mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa haben häufig ganz andere Symptome und auffällige Befunde. Sie befinden sich deshalb größtenteils bereits in ärztlicher Behandlung. Bei einem Leaky Gut sprechen wir von einer eher unterschwelligen Entzündung der Darmschleimhaut. Das ist etwas völlig anderes.


Wie entsteht ein Leaky Gut?

Für einen Leaky Gut gibt es nicht die eine Ursache. Meist kommen mehrere Faktoren zusammen, die die Darmschleimhaut über längere Zeit belasten.

Dazu gehören zum Beispiel:

  • eine Ernährung mit vielen Zusatzstoffen
  • Fast Food und entzündungsfördernde Lebensmittel
  • eine ballaststoffarme Ernährung
  • Antibiotika
  • eine langfristige Einnahme der Pille
  • Magensäureblocker (Protonenpumpenhemmer)
  • eine gestörte Darmflora
  • chronischer Stress
  • eine Nebennierenschwäche
  • Rauchen
  • Alkohol
  • Umweltgifte und alte Amalgamfüllungen

Auch hier ist es ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren, das dazu führt, dass die Darmbarriere ihre Schutzfunktion nicht mehr optimal erfüllen kann. Welche Faktoren bei Dir eine Rolle spielen, finden wir gemeinsam heraus.


Was hat das mit Lichen sclerosus zu tun?

Auf den ersten Blick haben der Darm und die Haut im Intimbereich nicht viel miteinander zu tun. Schaut man genauer hin, gibt es aber einige spannende Zusammenhänge.

Ein großer Teil unseres Immunsystems sitzt im Darm. Ist die Darmbarriere gestört, können immer wieder Stoffe in den Körper gelangen, die dort eigentlich nichts zu suchen haben. Das Immunsystem erkennt diese als fremd und reagiert darauf. Wenn das jetzt immer wieder geschieht, ist das Immunsystem ständig beschäftigt und in Alarmbereitschaft.

Man geht heute davon aus, dass diese dauerhafte Aktivierung des Immunsystems ein Belastungsfaktor sein kann. Sie kann unter anderem Unverträglichkeiten und Allergien begünstigen. Denn wenn das Immunsystem über längere Zeit immer wieder aktiviert wird, kann es irgendwann aus dem Gleichgewicht geraten. Genau deshalb beschäftigen sich heute viele Forschende mit dem Zusammenhang zwischen Darmbarriere und Autoimmunkerkrankungen.

Ein zweiter wichtiger Punkt ist die Versorgung der Haut. Unsere Haut erneuert sich ständig und braucht dafür viele Bausteine: Eiweiße, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Nur wenn diese Nährstoffe ausreichend aufgenommen werden, kann der Körper sie für die Regeneration von Haut und Schleimhäuten nutzen.

Ist die Darmschleimhaut jedoch geschädigt, kann genau diese Aufnahme beeinträchtigt sein. Das bedeutet: Du kannst Dich noch so gesund ernähren, wenn die Nährstoffe nicht richtig aufgenommen werden, stehen sie Deinem Körper auch nicht vollständig zur Verfügung. Es fehlt dann möglicherweise an wichtigen Bausteinen, die für die Erneuerung und Stabilität der Haut gebraucht werden.


Wie erkenne ich ein Leaky Gut?

Ein Leaky Gut lässt sich, wie wir jetzt wissen, nicht durch eine Darmspiegelung feststellen. Diese zeigt zwar, ob größere Veränderungen oder Erkrankungen des Darms vorliegen, sie gibt aber keine Auskunft darüber, wie gut die Schutzfunktion Deiner Darmschleimhaut arbeitet.

Deshalb arbeite ich in meiner Praxis mit einer ausführlichen Stuhldiagnostik. Sie liefert wichtige Hinweise darauf, ob die Darmbarriere gestört ist und ob das Immunsystem im Darm vermehrt aktiv ist.

Besonders wichtig sind für mich neben der allgemeinen Darmflora folgende Marker:

  • Sekretorisches Immunglobulin A (sIgA): Es zeigt, wie aktiv das Immunsystem an der Darmschleimhaut ist. Erhöhte Werte können ein Hinweis darauf sein, dass die Darmschleimhaut belastet ist.
  • Alpha-1-Antitrypsin: Dieser Stoff wird eigentlich in der Leber gebildet und befindet sich im Blut. Wird er vermehrt im Stuhl nachgewiesen, kann das ein Hinweis auf eine gestörte Darmbarriere sein.

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Je nach Beschwerden und Fragestellung können auch weitere Marker sinnvoll sein, zum Beispiel PMN-Elastase, Lysozym, Calprotectin, EDN oder EPX. Diese bestimme ich jedoch nicht grundsätzlich bei jeder Patientin, sondern ganz individuell. Zum einen richtet sich das nach den Beschwerden, zum anderen spielen natürlich auch die Kosten der Diagnostik eine Rolle.

Erst wenn ich das Gesamtbild kenne, kann ich entscheiden, welche Unterstützung Deine Darmschleimhaut wirklich braucht. Denn jede Frau bringt eine andere Vorgeschichte und andere Belastungen mit.


Kann man eine gestörte Darmbarriere behandeln?

Ja, auf jeden Fall. Die gute Nachricht ist: Eine gestörte Darmbarriere lässt sich in vielen Fällen gut unterstützen. Aber das braucht Zeit und auch Geduld. Dabei ist mir allerdings die richtige Reihenfolge der Behandlung besonders wichtig.

Zuerst kümmern wir uns darum, die Darmschleimhaut zu beruhigen und ihre Schutzfunktion wieder zu stärken. Dafür setze ich je nach Befund gut verträgliche Präparate ein, die entzündungshemmend auf die Darmschleimhaut wirken.

Erst wenn sich die Darmschleimhaut erholen konnte, macht es aus meiner Sicht Sinn, die Darmflora gezielt aufzubauen. Denn eine entzündete Schleimhaut ist kein guter Nährboden für die guten Darmbakterien.

Ganz wichtig ist mir: Die Behandlung des Leaky Gut ersetzt nicht die Behandlung des Lichen sclerosus. Sie läuft parallel dazu und ist ein Baustein meines integrativen Therapiekonzeptes.


 

Jede Frau ist anders. Deshalb gibt es bei mir auch keinen Standardplan, sondern eine Behandlung, die sich nach Deiner Vorgeschichte, Deinen Beschwerden und Deinen Laborwerten richtet. Mir ist wirklich wichtig, nicht nur die Symptome von Lichen sclerosus zu behandeln, sondern auch die möglichen Ursachen und Belastungsfaktoren dahinter zu verstehen und das geht nur über weiterführende Diagnostik.

 

 

Wenn die Frauenthemen schwierig werden, bin ich für Dich da.

Deine Susanne Zulauf                  kostenfreies Erstgespräch buchen

 

Du möchtest wissen, ob ein Leaky Gut bei Dir eine Rolle spielt?

Wenn Du an Lichen sclerosus leidest und Deinen Beschwerden ganzheitlich auf den Grund gehen möchtest, begleite ich Dich gerne. Gemeinsam schauen wir uns nicht nur die Haut an, sondern auch mögliche Zusammenhänge.

Vereinbare gerne ein 15 minütiges Erstgespräch mit mir.

 

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