Lichen sclerosus und Blasenentzündungen -was ist der Zusammenhang?

Viele Frauen mit Lichen sclerosus leiden zusätzlich unter Beschwerden wie Brennen beim Wasserlassen, häufigem Harndrang oder wiederkehrenden Blasenentzündungen. Vielleicht kennst Du das selbst. Oft bleibt der Zusammenhang lange unerkannt und genau das macht die Beschwerden für viele Betroffene so belastend. In diesem Artikel erfährst Du, warum Lichen sclerosus und Blasenentzündungen häufig gemeinsam auftreten, welche Ursachen dahinterstecken können und wann Du Deine Beschwerden genauer abklären lassen solltest.

Warum entstehen bei Lichen sclerosus häufiger Blasenbeschwerden?

Bei Lichen sclerosus   ist nicht nur die Haut der Vulva und des Analbereichs betroffen. Auch der Bereich rund um die Harnröhre kann gereizt oder entzündet sein. Durch die anatomische Nähe treten deshalb häufig Beschwerden wie Brennen beim Wasserlassen, Harndrang oder wiederkehrende Blasenentzündungen auf.

Vernarbungen und Stenosen:

Zusätzlich können chronische Entzündungen und Vernarbungen, die ja so typisch bei Lichen sind, die empfindlichen Strukturen im Intimbereich verändern. Manche von uns entwickeln Verengungen im Bereich der Harnröhre oder des Blasenausgangs. Dadurch kann der Urin nicht mehr vollständig abfließen. Zurückbleibender Restharn wiederum begünstigt bakterielle Infektionen.

Schwächung der Hautschutzbarriere

Auch die natürliche Schutzfunktion von Haut und Schleimhäuten ist bei Lichen sclerosus oft geschwächt. Kleine Risse, gereizte Haut oder entzündete Schleimhäute erleichtern es Bakterien, in die Harnwege einzudringen was dann zu chronischen Blaenentzündungen führen kann.

Info-Box: Nicht jedes Brennen ist automatisch eine Blasenentzündung!

✅ Brennen beim Wasserlassen trotz unauffälligem Urinbefund
✅ Schmerzen eher außen im Intimbereich
✅ Juckreiz oder wundes Gefühl an der Vulva
✅ Kleine Risse oder empfindliche Haut
✅ Beschwerden treten immer wieder auf
✅ Antibiotika helfen nur kurzfristig oder gar nicht

Typische Symptome, die oft verwechselt werden

Das Brennen beim Wasserlassen wird oft sofort als Blasenentzündung eingeordnet. Doch auch Lichen sclerosus selbst kann ähnliche Beschwerden verursachen.

Kleine Wunden, feine Risse oder gereizte Haut an der Vulva können dazu führen, dass der Urin auf den empfindlichen Stellen stark brennt. Das kann man dann nicht immer gut auseinanderhalten. Da ist einfach nur das Gefühl: „Meine Blase tut weh,“ obwohl die Schmerzen eigentlich außen im Intimbereich entstehen.

Gleichzeitig können natürlich auch die Harnröhre oder die Blase selbst beteiligt sein. Genau deshalb ist eine genaue Abklärung wichtig.

Darm, Vaginalflora und Blase: eine enge Verbindung

Auch das Gleichgewicht von Darm und Vaginalflora spielt bei wiederkehrenden Beschwerden oft eine wichtige Rolle.

Durch die enge anatomische Nähe können Darmbakterien wie Escherichia coli (E. coli) leichter in die Harnwege gelangen. Gleichzeitig schützen gesunde Lactobazillen normalerweise die Vaginalflora und helfen dabei, Krankheitserreger abzuwehren.

Zwischen Darm und Vagina besteht dabei eine enge mikrobielle Wechselwirkung. Die Darmflora beeinflusst das Gleichgewicht der Vaginalflora unter anderem über die Nähe der Organe und die mögliche Ausbreitung von Bakterien. In der Fachsprache spricht man hier auch vom sogenannten „Darm-Vagina-Interaktom“, ein Begriff, der genau diese Verbindung beschreibt.

Gerät dieses empfindliche Gleichgewicht aus der Balance, etwa durch Antibiotika, Stress, hormonelle Veränderungen oder eine Darmdysbiose, können Schleimhäute anfälliger für Reizungen, Entzündungen und Infektionen werden.

Da auch der Darm unser Immunsystem und die Gesundheit der Schleimhäute mit beeinflusst, lohnt sich bei wiederkehrenden Beschwerden häufig ein genauer Blick auf Darm und Vaginalflora.

Welche Rolle spielen Schleimhäute und Hormone?

Da Lichen bei uns Frauen häufig in den Wechseljahren das erste Mal auftritt, spielen hormonelle Veränderungen (insbesondere ein Rückgang von Östrogen) eine Rolle. Aber auch im Zyklus haben wir hormonell verschiedene Phasen. Östrogenmangel kann die Schleimhäute der Harnwege und des Genitalbereichs austrocknen, ein Problem, was viele von uns in den Wechseljahren begleitet. Ein weiterer Faktor, der uns bei einem Blaseninfekt gleich hier schreien lässt.

Wenn Du noch einen Zyklus hast und zu Blasenentzündungen oder-reizungen neigst, lohnt es sich mal zu beobachten, wann das passiert.

Kurz vor der Menstruation oder eher um den Eisprung herum?

Was kannst Du tun?

Zunächst einmal durch weitere Diagnostik herausfinden, was die Ursache für die immer wiederkehrenden Blasenentzündungen ist und diese dann gezielt ins Visier nehmen.

Gerade die Blase ist auch ein emotionales Organ. Unterdrückte Wut, ungeweinte Tränen oder das Gefühl, sich ständig anpassen zu müssen – all das kann sich in Deinem Schoßraum festsetzen und die Blase reizen. Energetische Arbeit, gezielte emotionale Klärung kann hier auch ein Ansatz sein.

 

Wenn die Frauenthemen schwierig werden, bin ich für Dich da.

Deine Susanne Zulauf                  kostenfreies Erstgespräch buchen

Möchtest Du mich ein wenig kennenlernen?
Dann lass uns in einem 15-minütigen Erstgespräch miteinander sprechen.

Wenn Du mir lieber erst mal ein paar Zeilen schreiben wollen, nutze diese E-Mailadresse: info@frauenheilpraxis-zulauf.de