Können Stürze in der Kindheit oder Jugend die Entstehung von Lichen sclerosus begünstigen?

Lichen sclerosus (LS) ist, wie Du aus anderen Beiträgen von mir kennst, eine chronische, entzündliche Hauterkrankung, die vor allem die Genitalregion betrifft und bei Frauen deutlich häufiger vorkommt als bei Männern.

Die genauen Ursachen von Lichen sclerosus sind bis heute nicht vollständig geklärt. Diskutiert werden unter anderem:

  • Autoimmungeschehen
  • genetische Veranlagung
  • hormonelle Einflüsse
  • chronische Reizung
  • lokale Entzündungsprozesse
  • Hautbarrierestörungen
  • psychischer und körperlicher Stress

Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass körperliche Traumata, wie Stürze in der Kindheit, eine Rolle spielen könnten. In diesem Beitrag möchte ich Dich mit ein paar Thesen vertraut machen, die vor allem aus dem Bereich der energetischen Arbeit kommen, aber auch von anderen Stellen berichtet wurden, z. B. von der Pohltherapeutin Renate Bruckmann.

An allererster Stelle deckt dieser Beitrag meine Erfahrungen aus der Praxis zur integrativen Lichen sclerosus Therapie.

Viele Patientinnen mit Lichen sclerosus erinnern sich an frühere Stürze oder Verletzungen im Beckenbereich, insbesondere auf die Vulva, das Steißbein oder den Dammbereich.

Ist das Zufall? Oder könnte ein solches Ereignis ein begünstigender Faktor sein?

Meine Beobachtung aus der Praxis

In meiner eigenen Praxis berichten etwa 2 von 3 Lichen sclerosus Patientinnen, dass sie sich deutlich an einen Sturz oder Aufprall in Kindheit oder Jugend erinnern können, zum Beispiel:

  • Sturz oder Aufprall auf den Steg eines Herrenfahrrads oder auf den Sattel bei einem Sprung mit dem Fahrrad
  • Sturz auf den Schwebebalken direkt auf die Vulva (habe ich selber erlebt und bis heute nicht vergessen)
  • Sturz auf den Sattelknauf beim Reiten oder vom Pferd auf das Steißbein
  • Sturz auf das Steißbein beim Inlineskaten, Rollschuhfahren oder Skaten
  • andere Stürze, die zu Verletzungen im Beckenbereich führen

Andere körperliche Traumata

Es gibt auch schwerwiegendere Formen von körperlichen Traumata, wie sexuelle Gewalt, die natürlich auch ein körperliches Trauma mit sich bringt, aber vor allem auch ein psychisches und seelisches Trauma darstellt. Das sollte in diesem Zusammenhang separat betrachtet werden.


Warum das Steißbein besonders spannend ist

Das Steißbein besteht aus fünf miteinander verschmolzenen Wirbeln und bildet das Ende der Wirbelsäule. Es dient als Stoßdämpfer und bietet dem Becken Halt sowie Ansatzpunkte für verschiedene Muskeln, Bänder und Sehnen.

Das Steißbein ist klein, aber funktionell bedeutsam. Es ist verbunden mit:

  • Beckenbodenmuskulatur
  • Bändern
  • Faszien
  • Sitzmechanik
  • Haltung
  • Nervensystem

Aus energetischer Sicht wird das Steißbein oft mit dem ersten Chakra in Verbindung gebracht, das für grundlegende Lebensbedürfnisse und Stabilität zuständig ist.

Ein Trauma in diesem Bereich könnte daher tiefgreifende emotionale und energetische Auswirkungen haben, die sich in chronischen Schmerzen und weiteren körperlichen Symptomen äußern können.

Nicht umsonst bleibt manchmal eine unbemerkte Restspannung zurück. Viele von Euch berichten noch Jahre später über:

  • Schmerzen beim Sitzen
  • Beckenbodenspannung
  • Schmerzen beim Sex
  • Vulvabeschwerden
  • diffuse Beschwerden ohne klare Ursache

Das erste Chakra und seine Bedeutung

Das erste Chakra, auch Wurzelchakra genannt, befindet sich im Bereich des Beckenbodens, zwischen Anus und Genitalien, also genau an der Stelle, wo Lichen sclerosus lokalisiert wird.

Die Farbe des Chakras ist rot und ist eng mit Themen wie Urvertrauen, Sicherheit, Wille und Erdung verbunden.

So behaupten wir energetisch arbeitenden Menschen, wie ich, dass es den Zustand von Zähnen, Knochen, Darm, Blut und Zellen beeinflusst und Auswirkungen auf Anus, Wirbelsäule und Nebennieren hat.

Ein blockiertes Wurzelchakra kann aus meiner Erfahrung Gefühle von Unsicherheit und Existenzängsten hervorrufen. Ein harmonisches Chakra hingegen fördert Lebensenergie, Selbstbewusstsein, Durchsetzungsvermögen, Stabilität und eine gesunde Verdauung.


Was sagt die Forschung heute?

Es gibt bislang keine eindeutigen Studien, die zeigen, dass ein Sturz direkt Lichen sclerosus auslöst. Dennoch gibt es medizinische Mechanismen, die einen Zusammenhang denkbar machen.

Das Koebner-Phänomen

Bei manchen Hauterkrankungen können Veränderungen dort entstehen, wo die Haut gereizt, verletzt oder dauerhaft belastet wurde. Dieses Phänomen ist z. B. auch von Psoriasis bekannt.

Auch bei Lichen sclerosus wird diskutiert, dass mechanische Reizung oder Mikroverletzungen eine Rolle spielen könnten.


Nervensystem und Trauma-Speicherung

Akute Symptome

Jeder, der mal heftigst auf seinen Allerwertesten geknallt ist, weiß, dass so ein Sturz auf das Steißbein oder die Vulva zu sofortigen heftigen Schmerzen, Schwellungen und Blutergüssen führt. Oft hat man tagelang Schwierigkeiten beim Sitzen und auch beim Stuhlgang und bewegt sich wie ein 80-Jähriger (obwohl die heutzutage oft erstaunlich fit sind).

Moderne Traumaforschung zeigt: Der Körper speichert nicht „Erinnerungen im Gewebe“ im mystischen Sinn, aber das Nervensystem kann auf frühere Belastungen reagieren.

Das zeigt sich oft durch:

  • erhöhte Alarmbereitschaft
  • Schmerzgedächtnis
  • Schutzmuster
  • chronische Anspannung
  • vegetative Dysregulation

Auch das kann chronische Beschwerden im Intimbereich beeinflussen.

Langfristige Folgen

Langfristig können solche Stürze zu chronischen Schmerzen in dem ganzen Bereich führen. Es kann zu Veränderungen in der inneren Statik des Körpers kommen, die eine Neuausrichtung erforderlich machen, wenn sich eventuell Wirbel verschoben haben oder sich ein Beckenschiefstand eingeschlichen hat.

Dies kann Fehlhaltungen und Verspannungen im ganzen System und vor allem im Beckenboden zur Folge haben, die die Durchblutung und die Faszienstruktur beeinflussen und möglicherweise zu Problemen in diesem Bereich beitragen.

Der Haken hierbei ist, dass schon kleinste Verschiebungen große Auswirkungen haben, aber oft nicht als solche wahrgenommen werden.


Kinetische Energie und körperliche Traumata

Bradley Nelson, der Entwickler des Emotioncodes, mit dem ich täglich in der Praxis arbeite, beschreibt, dass physische Traumata Energie im Körper speichern werden können. Diese Energie kann bei einem physischen Aufprall oder Schlag oder starker körperlicher Belastung entstehen. Während diese Energie normalerweise den Körper durchdringt und möglicherweise kleinere Schäden verursacht, kann sie manchmal im Gewebe verbleiben und dort Probleme verursachen.

Ein bekanntes Beispiel ist ein Autounfall: Die bei einem Unfall freigesetzte Traumaenergie kann jahrelang im Nackenbereich eingeschlossen bleiben und die Funktion des Gewebes beeinträchtigen. Jedes Mal, wenn wir physisch getroffen werden, gelangt kinetische Energie in unseren Körper. Zum Beispiel erzeugt ein Auffahrunfall trotz geringer Geschwindigkeit eine beträchtliche Menge an kinetischer Energie, die durch den Körper geleitet wird. Manchmal kann jedoch ein Teil dieser Energie im Körper eingeschlossen bleiben und bildet eine Art „Ball“ an physischer Trauma-Energie.

Diese eingeschlossene Energie kann Schmerzen und Funktionsstörungen verursachen. Es bedarf nicht unbedingt eines schweren Unfalls, um solche Energie zu erzeugen. Auch kleinere Traumata wie ein chirurgischer Eingriff, ein Stolpern oder ein heftiger Schlag gegen den Kopf können physische Traumaenergie im Körper hinterlassen.

Es ist dann wichtig, diese gespeicherte Energie zu identifizieren und zu lösen, da sie das Gleichgewicht unseres Körpers nachhaltig beeinflussen kann.

Auflösungsansätze

In meiner Arbeit ist es zunächst das Ziel durch gezieltes kinesiologisches Testen z.B. mit Hilfe meines Tensors, oder per Muskeltest die gespeicherte Energie zu lokalisieren.  Auch der Emotionscode ist eine Methode, um solche gespeicherte Energien aufzufinden, um sie dann auch „aufzulösen“, um in der Sprache der energetischen Arbeit zu bleiben. Manchmal kann es aber sein, daß die körperliche Statik so lange in einem unguten Zustand ist, das ich andere Therapieformen z.B. bei Kollegin mit hinzuziehen lasse.

Körperliche Therapien

Physiotherapie, Osteopathie, Dorn- Breuss-Therapie, Craniotherapie und gezielte Beckenbodenübungen können helfen, die körperlichen Auswirkungen von solchen Traumata anzugehen.

Am Ende bleibt wohl  zu erkennen, das ein heftiger Sturz in Kindertagen, der dann nach und nach aus dem Gedächtnis verschwindet eventuell doch merkliche Auswirkungen haben könnte. Das gilt natürlich auch bei frischen und aktuellen Stürzen z.B. bei Glatteis und co..

Wie sieht das bei Dir aus? Bist Du von Lichen sclerosus oder anderen chronischen vaginalen Problemen betroffen? Erinnerst Du Dich an solch einen Sturz?

Erzähl mir gern davon.

Wenn mein Ansatz Dich neugierig gemacht hat, nutze gern das kostenlose Erstgespräch. Genau dafür ist es da.

 

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